Hallo ihr Lieben – nach über einem Monat melde ich mich endlich zurück. Klausurphase und jede Menge Vorbereitungen für mein Auslandssemester haben mich ein bisschen vom Bloggen abgehalten, aber jetzt habe ich endlich wieder viel Zeit!
In unserer Wohnung tummeln sich seit einigen Tagen riesige, nervende Stechmücken. Das hat mich an ein Kapitel unserer 2. Brasilienreise erinnert, von dem ich euch noch unbedingt erzählen wollte.

Nach ein paar Tagen Sonne pur in Rio de Janeiro kamen wir bestens gelaunt am Flughafen in Campinas an und warteten dort auf unseren Bus nach Sorocaba, von wo aus wir dann von der Gastfamilie abgeholt wurden. Vor dem Flughafen stand ein riesen Schild mit der Aufschrift „Diese Türen sind Mücken-undurchlässig – der Flughafen ist vor Dengue-Mücken geschützt“. Wir haben uns ein bisschen gewundert, warum diese Information unbedingt nötig ist, aber haben das Schild dann ziemlich schnell wieder vergessen. In Sorocaba mussten wir ca 15 Minuten auf die Gastfamilie warten und haben uns für die Zeit an den Straßenrand gestellt.

Dann ging’s endlich rein ins Auto und ab nach Itapetininga, wo wir schon gespannt erwartet wurden. Nach laaaangen Umarmungen, Küsschen überall und gefühlt 10 Kilo Essen saßen wir letztendlich alle zusammen am Tisch – alles war ganz toll und entspannt, bis plötzlich jemand das Gesprächsthema auf das Denguefieber leitete. Janis und ich schauten uns sofort gegenseitig an und man konnte förmlich sehen, wie das Schild vom Flughafen in unsere Köpfe sprang. Man kann schon fast von einer Mückenplage sprechen, die im März in Brasilien – vor allem da, wo wir waren – herrschte. Nur, dass uns davor leider niemand gewarnt hatte. Als wären die Worte „Das haben wir ja total vergessen, euch zu sagen“ nicht schon schlimm genug für eine Panikmacherin in Sachen ‚Krankheiten‘ wie mich gewesen, folgte danach auch noch die Info am Rande, dass es ausgerechnet SOROCABA mit am Schlimmsten erwischt hat! Da war’s vorbei mit mir. Urlaubsstimmung war für den Moment erstmal hin. Bis mir jemand eine Flasche Repelente vor die Nase stellte. Das ist übrigens – zusammen mit „pernilongo“ (Mücke) – das gefühlt am Meisten gesprochene und gehörte Wort dieser 2 Wochen in Brasilien. Repelente ist nichts weiter als Anti-Mücken-Lotion. Damit haben wir uns dann erstmal von oben bis unten eingecremt und die ersten Tage lang sogar einen 3-Stunden-Wecker gestellt, da diese Lotion nur ca 3 Stunden lang schützt. Die Gesichter der Anderen werd ich nie vergessen. Die haben uns angeschaut wie Marsmenschen, vor allem, als sie von unserem Wecker erfahren haben.

Aber, typisch deutsch, Schutz muss sein! Falls ihr das Denguefieber noch nicht kennt: das wird durch eine bestimmte Mücke übertragen und sorgt für hohes Fieber, Gliederschmerzen und Übelkeit. Es gibt aber keine Medikamente dagegen, deshalb kann man nichts machen, außer im Bett zu bleiben. Die Krankheit bricht meistens aber erst nach 7-10 Tagen nach der Infektion aus und heilt in den meisten Fällen nach etwa einer Woche wieder ab. Sie kann in Ausnahmefällen schlimmer verlaufen und jetzt kommt das Problematischste an der Sache: die zweite Infektion ist deutlich gefährlicher als die Erste. Heißt also, wer sich bereits ein Mal damit infiziert hat, sollte sich besser nicht nochmal damit infizieren. Wir wollten es also um jeden Preis vermeiden, uns damit zu infizieren. Schon allein der Gedanke, was man in Deutschland mit uns „anstellen“ würde, wenn wir mit Dengue zurück kämen, hat uns gereicht.

Da wir nicht das ganze Repelente der Familie aufbrauchen wollten, haben wir uns am nächsten Tag erstmal selbst eingedeckt. Und zwar sicherheitshalber mal mit Lotion und Spray aus der Apotheke.

Haben uns direkt vor der Apotheke damit eingecremt und alles – inklusive unserer Sachen – eingesprüht. Die Brasilianer fanden das so witzig, dass wir selbst lachen mussten. JEDEM wurde das erzählt und immer hieß es „Die Deutschen…“ Aber Sicherheit geht nun mal vor.

Ich bin ein Mückenmagnet und wurde trotzdem mindestens 20 Mal in den 2 Wochen gestochen. Trotz Lotion, Spray und Anti-Mücken-Raumspray, das ich zum riiiiesen Vergnügen der Brasilianer aus Versehen als Körperspray verwendet habe. Wer lesen kann… ;) War zum Glück nichts Ätzendes. Für nachts gab’s dann auch noch so einen Mückenstecker – die sind übrigens mega gut.

Von den beiden Repelentes da oben war ich allerdings nicht so begeistert. Wir haben uns dann durchs Sortiment getestet und letztendlich ungelogen R$ 100, also über 30 Euro, für Anti-Mücken-Zeug ausgegeben. Wir sind jetzt echte Repelente-Profis und sind zum Entschluss gekommen, dass das hier das Beste ist:

Repelente

Das scheinen die Brasilianer aber auch zu wissen. Es war so schwer, das zu kriegen. In sämtlichen Apotheken ist diese Marke permanent ausverkauft.

Heute können wir alle zusammen herzlich darüber lachen, wie panisch wir uns da angestellt haben. Und natürlich haben wir uns auch nicht mit Dengue infiziert, aber in der Zeit war die Angst davor einfach immer mit dabei und nach jedem neu entdeckten Mückenstich wieder ein Stück größer. Und da die Inkubationszeit ja auch noch verhältnismäßig lang ist, hielt die Angst sogar in den ersten 2 Wochen zu Hause noch an – man hätte sich ja theoretisch am letzten Tag noch infiziert haben können. Das hat die Urlaubsstimmung schon ein bisschen getrübt und ich konnte den Urlaub nicht ganz so sehr genießen, wie ich mir das vorher gewünscht hatte.

Trotzdem waren die 2 Wochen total schön und etwas Gutes hat das Ganze auch: als ich vor ein paar Tagen das Repelente rausgekramt hab, um mich damit einzucremen, hat mich der Duft davon in Nullkommanix in Brasilien-Stimmung versetzt! Das war super schön. Wir haben dann den ganzen Abend lang immer mal wieder an meinen Händen geschnuppert, um unser Fernweh ein bisschen zu stillen.

Habt einen schönen Abend!!! Beijos.

 

#20 – Stimmungskiller: Mückenplage